Samstag, 6. september 2008

Der Vater fragt seinen Sohn: "Und, hast du die Fahrprüfung bestanden?" - "Keine Ahnung, der Prüfer ist noch bewusstlos!"





Sagt ein deutscher Ingenieur zu seinem italienischen Kollegen:
„Gib mir Eisen und Stahl - und ich baue dir einen Flugzeugträger!”

Meint der Italiener: „Gib mir deine Schwester - und ich mache dir die Besatzung dazu!”


Ein Luxusdampfer verunglückt, doch die Rettungsboote reichen nicht. Jeder bekommt eine Schwimmweste und soll springen, aber keiner traut sich. Die Crew ist verzweifelt. Schließlich wird der Kapitän gerufen. Dieser geht zu der Gruppe, die ängstlich an der Reling steht und redet mit ihnen. Dabei springt einer nach dem anderen ins Wasser. Als alle Passagiere von Bord sind, fragt der 1. Offizier den Kapitän, wie er die Leute denn überreden konnte. ...
... "Na ganz einfach" meint der. "Zu den Deutschen habe ich gesagt, es ist ein Befehl. Zu den Franzosen, es wäre patriotisch. Den Japanern habe ich versprochen, dass Springen gut für die Potenz wäre. Und den Italienern habe ich gesagt, springen sei verboten."
von karl kreibich
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Samstag, 6. september 2008

Assad in Moskau: Syrien will russische Raketen stationieren

Verstärkte militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Damaskus

Moskau/Damaskus - Die syrische Regierung ist bereit, als Antwort auf die US-Raketenabwehrpläne in Europa russische Raketenkomplexe vom Typ Iskander in Syrien zu stationieren. Das erklärte der syrische Präsident Bashar al-Assad in einem am Mittwoch in der russischen Zeitung Kommersant veröffentlichten Interview. Am Mittwochabend gab es dazu noch keine Stellungnahmen aus Moskau.


 

"Wir sind bereit, mit Russland bei all dem zusammenzuwirken, was seine Sicherheit festigen könnte", stellte Assad in dem Interview fest, das er im Vorfeld seines Moskau-Besuchs gab. "Ich denke, dass Russland wirklich über Gegenschritte nachdenken muss, um etwas gegen eine Einkreisung zu unternehmen."

Es gebe aber weder konkrete Vereinbarungen, noch habe man bereits verhandelt, betonte Assad, der am Mittwoch in Moskau Gespräche mit dem russischen Staatspräsidenten Dmitri Medwedew führen wollte.

Waffenkäufe

Bei Assads Besuch in Moskau sollen syrische Waffenkäufe eingeleitet werden. Assad verwies in seinem Interview auf den Konflikt in Georgien, wo angeblich von der georgischen Armee verwendete israelische Waffen gefunden wurden.

Der syrische Präsident stellte sich in dem Konflikt klar auf die Seite Russlands und erklärte, die USA und die Nato würden versuchen, Russland zu isolieren und einzukreisen, und sich dabei aller Mittel der Desinformation bedienen. Der Konflikt in Georgien habe beiden Ländern vor Augen geführt, dass sie gegen Israel und angesichts des westlichen Drucks auf Russland enger zusammenarbeiten müssten, sagte Assad. Syrien biete Russland deshalb an, mit der Stationierung russischer Raketen in Syrien zu kontern. Dies sei die adäquate Antwort auf die Stationierung US-amerikanischer Raketenabwehrsysteme in Europa.

Moskau wirft Israel vor, die georgische Armee ausgebildet und mit Militärfahrzeugen und Sprengstoff ausgestattet zu haben. Israel bestreitet das. Die Regierung verkaufe keine Waffen an andere Länder. Entsprechende Ausrüstung und Dienste könnten in Israel lediglich private Firmen mit Genehmigung des Verteidigungsministeriums anbieten.

Russland hat nach norwegischen Angaben seine militärische Zusammenarbeit mit der Nato ausgesetzt. Die Entscheidung betreffe sowohl die Kooperation mit dem Bündnis insgesamt als auch mit einzelnen Nato-Ländern.

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Samstag, 6. september 2008

Syrien: Berichte über Stationierung russischer Raketen sind falsch

Präsident Assad hatte bei seiner Moskau-Reise Rüstungskooperation angekündigt

Damaskus, 21. Aug - Syrien hat Berichte über eine geplante Stationierung von russischen Raketen dementiert. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana verbreitete am Freitag, russische Medienberichte über die Aufstellung von "Iskander"- Raketen seien falsch.

Am Vortag hatten der syrische Präsident Baschar al-Assad und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew über eine Modernisierung von Syriens Armee gesprochen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, dass lediglich über "defensive Waffen, die die regionale Machtbalance in der Region nicht gefährden" gesprochen worden sei.

Assad hatte in einem Interview mit der der russischen Zeitung Kommersant angegeben, Syrien sei bereit, als Antwort auf die Errichtung des US-Raketenschutzschildes in Osteuropa die Stationierung  russischer Raketen auf seinem Staatsgebiet zuzulassen. Die Meldung wurde von russischen Agenturen verbreitet. Die Kurzstreckenrakete (NATO-Name SS-26) hat eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern und könnte damit von Syrien aus Israel erreichen.

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Samstag, 6. september 2008

Russland will Präzisionswaffen an polnische Grenze verlegen

Reaktion auf geplantes US-Raketenschild in Osteuropa

Moskau - Russland will als Reaktion auf das geplante US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa offenbar neuartige Präzisionswaffen in die Nähe der polnischen Grenze verlegen. "Wir haben neue Waffensysteme", sagte am Donnerstag der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Viktor Sawarsin.

Diese sollten in der Nähe jener polnischen Regionen aufgestellt werden, in denen die Stationierung von US-Abfangraketen geplant sei. Einzelheiten zu der Waffenart und der Verlegung gab Sawarsin nicht bekannt. "Wir arbeiten an diesem Thema", sagte er weiter.

Mitte August hatten Warschau und Washington ein Abkommen unterzeichnet, das die Stationierung von zehn US-Abfangraketen in Polen erlaubt. Ebenfalls zum US-Raketenschild in Osteuropa zählt eine Radaranlage, die in Tschechien errichtet werden soll. Moskau sieht sich durch das Raketenabwehrsystem in der Nähe seiner Grenze bedroht. Die USA betont jedoch stets, es richte sich gegen Langstreckenraketen aus Ländern wie dem Iran oder Nordkorea.

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Samstag, 6. september 2008

Kopf des Tages: Kampferprobte Wächterin über Menschenrechte

Die Südafrikanerin Navanethem Pillay ist neue UNO-Hochkommissarin

"Ich fühle mich total überwältigt", sagte die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay in einer ersten Reaktion auf ihren neuen Job: Seit Montag ist Pillay UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Bisher war die 66-Jährige als Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag tätig.

Nach der Berufung durch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bestätigte die UN-Vollversammlung die Frau vom Kap in ihrem neuen Amt für vier Jahre. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch begrüßten die Ernennung Pillays: "Sie ist gut geeignet, um weltweit eine kraftvolle Anwältin der Menschenrechte zu sein", betonte HRW-Direktor Kenneth Roth.

Auf Pillay wartet in Genf einer der brisantesten Jobs der Weltorganisation. Bei den Mächtigen erzeugen die Mahnungen für einen besseren Schutz der Menschenrechte oft Zorn und Ablehnung. Diese Reaktionen machten Pillays Vorgängerin als Menschenrechtskommissarin, die Kanadierin Louise Arbour, mürbe: Trotz ihrer Appelle führten die Machthaber im Sudan, in Simbabwe und Birma ihr Schreckensregime fort.

Auch Pillay zog sich schon den Zorn der Mächtigen zu - in ihrer Heimat Südafrika. Ihr Vater war ein Fahrer in den Slums der Hafenmetropole Durban. Als Mitglied der ethnischen Minderheit der Tamilen erfuhr sie als Kind am eigenen Leib die Rassendiskriminierung des Apartheidregimes. "Als Kind und sogar als Erwachsene glaubte ich, dass ich niemals das Ende des Apartheidregimes zu meinen Lebzeiten erleben würde", sagte sie einmal.

Dennoch: Pillay nahm den Kampf gegen die Apartheid auf. Sie studierte Rechtswissenschaften und eröffnete 1967 als erste Frau in der Provinz KwaZulu-Natal eine Anwaltskanzlei. 1982 promovierte sie an der US- Eliteuniversität Harvard.

Nach dem Ende der Apartheid wurde sie als erste farbige Frau als Richterin an Südafrikas obersten Gerichtshof berufen, 1995 wechselte sie zum Ruanda-Tribunal der UNO in Arusha (Tansania), wo sie Richterin und Präsidentin war. Das Tribunal befasst sich mit der Aufarbeitung des Völkermords 1994 in Ruanda.

Einen ihrer Schuldsprüche fällte Richterin Pillay damals auch wegen Vergewaltigung. Der Täter habe "den Geist, den Willen zum Leben und das Leben selbst zerstört", sagte sie. Für Pillay war es erwiesen, dass Vergewaltigung als Kriegswaffe im Völkermord in Ruanda eingesetzt worden war - eine Erkenntnis, die sich erst langsam durchsetzte.

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Samstag, 6. september 2008

Topfenstrudel für die Südsee

Österreichs Kandidatur für Sitz im UNO-Sicherheitsrat: mit Charme und Gefälligkeiten sollen Stimmen der Kleinsten gewonnen werden

Österreich bewirbt sich um einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat und braucht jede Stimme. Auch die der Kleinsten. Tuvalu, Fidschi und Co sollen durch Charme, Gefälligkeiten und politische Überzeugung gewonnen werden.

 

 

***

 

 

 
Wien – Sollte Österreichs Einzug in den Sicherheitsrat tatsächlich gelingen, dann könnte das auch mit einem Besuch beim Heurigen "Welser" zu tun haben. Eine Gruppe ausländischer Diplomaten saß Anfang der Woche in dem Döblinger Lokal beisammen und ließ sich vom Außenministerium in Wien verköstigen. Es gab Hühnerkeulen, Topfenstrudel, Smalltalk. Nichts Außergewöhnliches. Bemerkenswert war aber die Gästeliste: Die Männer in den Maßanzügen vertreten südpazifische Inselstaaten wie Tuvalu, Fidschi, die Salomonen, Samoa, die Marschall-Inseln, Papua-Neuguinea, Tonga und Palau. Länder ohne politisches Gewicht. Außer bei wichtigen Abstimmungen in der UNO.

 

Von den 192 Staaten in der UN- Generalversammlung zählen zwölf zu der Gruppe der pazifischen Inselstaaten. Wer die Stimmen dieser Mikroländer – Tuvalu hat 10.000 Einwohner – in der Tasche hat, verbessert seine Erfolgschancen signifikant. Japan macht keinen Hehl daraus, dass es die Inselstaaten einkauft, wenn es in den Sicherheitsrat will. Und die Salomonen sollen von Italien als Belohnung für ihre Stimme schlicht die Entsendung eines Fußballtrainers gefordert haben.

"Das Spannende an der UN-Generalversammlung ist eben" , sagt ein Mitarbeiter im Außenministerium, "dass dort eine Großmacht ebenso nur über eine Stimme verfügt wie eine Inselrepublik" . Aber was kann Wien anbieten, damit Fidschi und Co für Österreich stimmen?

Wirtschaftlich wenig, heimische Firmen interessiert die Region kaum. 2007 betrug die Handelsbilanz zwischen Tonga und Österreich 186 Euro. Das Außenministerium setzt auf Charme, Gefälligkeiten und geschickte Diplomatie.

Weil die Türkei, einer von Wiens Konkurrenten um den Platz im Sicherheitsrat, die Außenminister der Pazifikinseln im April nach Istanbul einlud, war nun Wien an der Reihe. Ende vergangener Woche also trafen die Diplomaten aus der Südsee, die ihre Länder bei der UNO in New York vertreten, in Wien ein. Auf dem Programm der Botschafter standen das Europaforum in der Wachau, Treffen in der UNO-City. Gezeigt wurden auch Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energie. Mit dabei war auch Michael Somare, der Premier Papua- Neuguineas.

"Die Gäste werden gehegt und gepflegt", sagt Hermann Mückler über die Charmestrategie, "und wenn es zur Abstimmung kommt, hoffen wir, dass sie sich daran erinnern." Mückler ist Präsident der österreichisch-südpazifischen Gesellschaft und einer von zwei Experten die das Außenministerium bei der Akte "Südpazifik" beraten. Mit dabei ist auch der Politikwissenschafter Ingfrid Schütz-Müller, der die Inseln seit Jahren mit Studenten bereist und über sehr gute Kontakte in die Region verfügt.

Wien wirbt auch mit konkreten Angeboten. Dazu zählt, dass Österreich den Pazifikstaaten finanziell beim Aufbau eines Vertretungsbüros bei der UNO in Wien helfen will. Daneben wird den Inseln Unterstützung für "digital restitution" angeboten, bei dem Kulturgüter elektronisch archiviert werden. Österreichische Diplomaten betonen auch, dass es für Studierende aus der verarmten Region Stipendien, etwa für eine Salzburger Tourismusschule, gebe. In Zukunft könnten es mehr werden.

"Die Bewerbung ist natürlich eine Gelegenheit, um dem Südpazifik in Zukunft entwicklungspolitisch mehr Augenmerk zu geben" , sagt Mückler.

Dieser Ansatz ist allerdings strittig: Offiziell gibt es im Außenministerium kein Budget für die Sicherheitsratsbewerbung. Deswegen fürchten die Grünen, dass Entwicklungshilfegelder genutzt werden. "Es geht nicht, dass wir für unsere Bewerbung unter dem Titel der Entwicklungszusammenarbeit Geschenke verteilen" , sagt die Grün-Politikern Ulrike Lunacek. Bereits 2007 sorgte es für Aufregung, als der Standard berichtete, dass Österreich einem Inselstaat Schulbusse zugesagt haben soll.

Keine Schulbusse

"Schulbusse haben wir niemandem versprochen" , heißt es im Außenamt. Die Strategie sei vielmehr die nachhaltige Vertiefung der Beziehungen zu den Südseeinseln zu propagieren. Österreich will daher den Inseln bei der Bewältigung bestimmter Probleme helfen. An vorderster Stelle steht der Klimawandel: Weil der Meeresspiegel steigt, kämpfen einige der Atolle mit Überflutungen. Salzwasser dringt in die Trinkwasserreservoirs ein.

Wien will daher die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen und den Klimaschutz propagieren. So würde Österreich eine geplante Resolution der Mikrostaaten, wonach sich der UNO-Sicherheitsrat künftig auch mit Umweltfragen wird auseinandersetzen können, unterstützen. Der Anlass für das Interesse am pazifischen Raum mag die Bewerbung gewesen sein. Auch nach der Abstimmung in der UNO werde das Engagement nicht enden, beteuert das Außenamt.

Während des Besuchs der Diplomaten soll kein einziges Mal über die Kandidatur Österreichs geredet worden sein. Den Gästen dürfte es gefallen haben: "Wir werden für Österreich stimmen" sagt Papua- Neuguineas Premier Somare. Und noch ein Tipp des Premiers für alle, die nicht wissen, wo sein Land liegt: "Wir sind nördlich von Australien."

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Samstag, 6. september 2008

"Die Zeit droht uns davonzulaufen"

Ban: Reiche Länder kommen ihren Hilfszusagen nicht nach

New York - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den wohlhabenden Ländern vorgeworfen, ihren Hilfszusagen für die Bekämpfung der Armut in der Welt nicht nachzukommen. Es habe im vergangenen Jahr eine Differenz von zehn Milliarden Dollar (rund sieben Milliarden Euro) zwischen den versprochenen und den real gezahlten Beträgen gegeben, sagte Ban am Donnerstag in New York bei der Vorstellung eines entsprechenden Berichts. Ein Sonderausschuss hatte dafür Versäumnisse beim Aufbau einer Entwicklungspartnerschaft zwischen armen und reichen Ländern untersucht.

 

Die Entwicklungspartnerschaft ist eines von insgesamt acht so genannten Milleniumszielen. Die UN-Milleniumsziele sehen unter anderem auch vor, bis zum Jahr 2015 Armut und Hunger weltweit zu halbieren. "Die Zeit droht uns davonzulaufen", sagte Ban.

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Samstag, 6. september 2008

Atom-Lieferländer ließen USA dunsten

Indien will Embargo-Aufhebung

Wien - 45 Exportländer von Nukleartechnologie (Nuclear Suppliers Group/NSG) haben am Freitag in Wien ihre Beratungen über die Aufhebung des Embargos gegen die Atommacht Indien, die mit den USA ein umstrittenes Atomabkommen geschlossen hat, fortgesetzt. Der von den USA als bevorstehend angekündigte Durchbruch ließ jedoch weiter auf sich warten.

Die NSG hatte am Donnerstag ihre im August vertagten Verhandlungen in Wien wieder aufgenommen. Mehrere Länder, darunter Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Neuseeland und Norwegen, sind gegen eine Aufhebung des Verbots ohne strenge Auflagen an Neu-Delhi. Indien hat den Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty, NPT) nicht unterzeichnet und besitzt Atombomben - das ist nach NSG-Regeln ein Ausschließungsgrund für die Weitergabe von Atomtechnologie.

Die USA fordern die Aufhebung des Lieferstopps, den die Lieferländer nach dem ersten indischen Atombombentest über Neu-Delhi verhängt hatten. Dies ist notwendig, damit ein zwischen beiden Ländern 2006 geschlossenes Atom-Abkommen in Kraft treten kann. Dass die USA mit einem Land, das außerhalb des Atomwaffensperrvertrags steht, im atomaren Bereich zusammenarbeiten will, betrachten Kritiker als eine weitere Schwächung des NPT.

Ohne eine Zustimmung der NSG - die einstimmig erfolgen muss - bleibt dem US-Kongress kaum Zeit, das Abkommen mit Indien zu ratifizieren. Ende September vertagt sich der Kongress wegen der Präsidentenwahl. Weil sie mit dem Fortschritt unzufrieden sind, haben die USA Vize-Außenminister William Burns nach Wien entsandt. Er gab sich vor Journalisten zuversichtlich, was eine Einigung betrifft.

Neuer Politstreit in Neu-Delhi

Die US-Regierung hat inzwischen deutlich gemacht, dass die USA keine "sensible Nukleartechnik" an Indien verkaufen würden. Washington werde das Abkommen außerdem kündigen, falls Indien erneut Atomwaffentests vornehmen sollte. Dies steht in einem bisher geheimen Brief des State Department an den US-Kongress und hat in Indien eine neuerliche politische Debatte über den Wert des Abkommens ausgelöst. Am Freitag gab das indische Außenministerium jedoch eine Erklärung ab, in der Indien sein Bekenntnis zur Nichtverbreitung von Atomtechnologie wiederholte.

Die Gespräche in Wien wurden von Demonstrationen der österreichischen Grünen begleitet. Ulrike Lunacek, Außenpolitiksprecherin der Grünen, rief Außenministerin Ursula Plassnik sowie die anderen kritischen Länder auf, dem Druck der Atom-Lobby standzuhalten.

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Samstag, 6. september 2008

Regierung kündigte Klage gegen finnisches TV an

Wegen Behauptungen über Verwicklung von Premier Jansa in Patria-Bestechungsaffäre

Laibach/Helsinki - Die slowenische Regierung wird wegen der Behauptungen über eine angebliche Verwicklung von Ministerpräsident Janez Jansa in die Patria-Bestechungsaffäre den finnischen öffentlich-rechtlichen Sender YLE und dessen Journalisten Magnus Berglund verklagen. Dies kündigte der Chef des Kommunikationsbüros der Regierung, Anze Logar, in Laibach offiziell an. Die Regierung wolle damit "die Ehre der Institution des Ministerpräsidenten und den guten Ruf des Staates" bewahren.

Im Zusammenhang mit der Klage habe man laut Logar bereits Kontakte zu mehreren Anwaltskanzleien aufgenommen. Welche die Regierung später auch vertreten wird, wurde noch nicht entschieden. Auch über konkrete Forderungen an den Rundfunk wird noch nachgedacht.

YLE-Direktor Mikael Jungner bestätigte indes den Erhalt eines E-Mails von Jansas Kanzlei, der von der Chefin des Ersten Sendekanals, Riita Pihlajamäki, beantwortet worden sei. Diese habe darin zu verstehen gegeben, dass sich der Sender streng an die üblichen Qualitätskriterien für Journalismus halte. Dazu gehöre die sorgfältige Abwägung des Inhalts und dessen Recherche, nicht aber die sofortige Rücknahme eines Beitrags, sobald dieser von jemandem beanstandet werde.

Persönliche Verleumdungsklage

Nach finnischer Rechtslage müsste Ministerpräsident Jansa eine persönliche Verleumdungsklage beim Helsinkier Bezirksgericht einbringen, wenn er wie angekündigt YLE rechtlich belangen will. Laut Rechtsprofessor Dan Frände von der Universität Helsinki bedeutet das in der Praxis, dass Jansa eine finnische Kanzlei mit der Klage-Einreichung beauftragen muss, da Anträge nur auf Finnisch oder Schwedisch entgegengenommen werden. "Andernfalls geht der Antrag postwendend an den Absender zurück", so der Rechtsexperte.

Das finnische TV-Magazin "MOT" hatte am Montag in einem Bericht mit dem Titel "Die Wahrheit über Patria" unter anderen Premier Jansa als einen der Empfänger von Schmiergeldzahlungen von Patria genannt. Am Tag danach hatte das Kommunikationsbüro den Sender aufgefordert, die "schwerwiegenden Beschuldigungen" entweder mit Dokumenten zu belegen oder sich zu entschuldigen. Wie Logar am Mittwoch gegenüber dem slowenischen Fernsehsender POP TV erklärte, sei bei der Regierung bis dato nichts davon eingelangt.

Kriminalpolizei aktiv

Der finnische Fernsehbeitrag bewegte unterdessen offenbar auch die slowenische Kriminalpolizei zum Handeln. Die Polizei führt Informationsgespräche mit einigen slowenischen Gesprächspartnern aus der Sendung, allerdings nicht mit denjenigen, die in dem Beitrag als Empfänger der Schmiergelder genannt wurden. Laut Medienberichten sprach die Polizei bisher mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten Milan M. Cvikl sowie mit Milan Svajger, dem Chef des slowenischen Steyr-Partners Sistemska tehnika, der sich ebenfalls um den Radpanzer-Deal beworben hat.

Am Donnerstag sollen die Ermittler auch den Leiter der slowenischen Anti-Korruptionskommission, Drago Kos, befragen. Die Auswahl dieser Personen als Gesprächspartner im Fernsehbeitrag wurde sowohl von Premier Jansa als auch vom Kommunikationsbüro hinterfragt, da sie ihre eigenen Interessen an den Beschuldigungen haben sollen.

Innenminister Dragutin Mate erklärte, dass die Polizei nur jene Personen vernommen habe, die im Beitrag des finnischen TV behauptet haben, Beweise für die angebliche Bestechung zu besitzen. "Die Polizei hat keine Befehle von höheren Ebenen bekommen", betonte Mate und fügte hinzu, dass sie von selbst aus reagiert habe. Die Polizei teilte unterdessen mit, sie wolle die slowenischen und finnischen Medien-Angaben über die Existenz von Beweisen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen überprüfen.

"Die Polizei überprüft die Angaben von verschiedenen Personen mit dem Zweck, mögliche Beweise für ein späteres Strafverfahren zu sichern", hieß es. Die Polizei wies außerdem die Vorwürfe zurück, bisher keine Ermittlungen in der Patria-Affäre geführt zu haben und betonte, sie kooperiere sowohl mit der finnischen als auch mit der österreichischen Polizei.

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Samstag, 6. september 2008

Schmiergeldaffäre bringt Premier in Not

Dubioser Panzerkauf - Spur führt nach Wien

Ljubljana - Mitten im Parlamentswahlkampf muss sich Sloweniens Premierminister Janez Jansa gegen den Vorwurf der Bestechlichkeit wehren. Angestellte des staatseigenen finnischen Rüstungskonzerns Patria stehen bei der Polizei ihres Landes schon seit Monaten in Verdacht, sie hätten Anfang vorigen Jahres Politiker und Beamte in Slowenien für den Kauf von Schützenpanzerwagen mit 21 Millionen Euro bestochen. Ein Teil dieses Geldes - 7,5 Prozent der Kaufsumme - soll an den konservativen Regierungschef Jansa persönlich gegangen sein, heißt es nun.

 

Das finnische staatliche Fernsehen zeigte am Montag Unterlagen, die eine mit dem Buchstaben J verschlüsselte Person als Empfänger ausweisen. Der Regierungschef bestreitet den Vorwurf als "unwahr und absurd". Die finnische Polizei wollte die Berichte am Freitag "aus Prinzip" nicht kommentieren.

Jansa erklärte, innenpolitische Gegner hätten den finnischen Journalisten den Verdacht in den Mund gelegt. Erhoben wird der Korruptionsvorwurf an den Premier von dem Unternehmer Milan Svajger. Svajger selbst war mit seiner Firma bei der Ausschreibung unterlegen. Vor der Öffnung der Angebote seien zwei angeblich dem Regierungschef nahestehende Männer bei der Muttergesellschaft seiner Firma erschienen und hätten hinterlassen, man wisse schon, "an wen man sich wenden muss, damit es zum Abschluss kommt". Jansa, der seine Karriere als Militärexperte begann, habe persönlich sein Okay zu dem Geschäft geben müssen, meint Svajger. Der Leiter der slowenischen Antikorruptionsbehörde, Drago Kos, erzählte, er habe für seine einschlägigen Ermittlungen Drohungen von "Leuten nahe an der Spitze" erhalten.

Drei Mittelsmänner

Nach den Recherchen der finnischen Journalisten wurde das Schmiergeld über drei Mittelsmänner verteilt: den slowenischen Maler Joze Cekuta und die beiden österreichischen Geschäftsleute Hans Wolfgang Riedl und Walter Wolf. Riedl, ein früherer Direktor der österreichischen Rüstungsfirma Steyr, vertritt den Patria-Konzern in Österreich und den Nachbarländern.

Nach finnischen Polizei-Ermittlungen überwies er im Februar 2007 2,8 Millionen Euro an seinen Freund Wolf. Dieser leitete den größten Teil davon auf Konten in Liechtenstein, Ostasien und Australien weiter. Beim Versuch, 300.000 Euro in bar abzuheben, wurde Wolf von seiner österreichischen Bank gestoppt, die auch Meldung an die Geldwäschebehörde erstattete. Vorige Woche wurde Patria-Vertreter Riedl von der Wiener Polizei vernommen, blieb aber auf freiem Fuß.

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