Samstag, 10. mai 2008
Funktion der Medien Manipulation, fuer die Balkan Kriege  

Antiserbische Blaupause
Wollt ihr den globalen Krieg? Die "freien Medien" sind die Wegbereiter. Das wurde anhand der Balkan-Kriege durchexerziert. Buchbesprechung

Von Sabine Schiffer *

Mit »Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod« hat das Autorenduo Jörg Becker und Mira Beham eine eminent wichtige Forschungsarbeit vorgelegt. In konzisen 87 Seiten mit Anhang wird aufgezeigt, wie der Krieg auf dem Balkan durch die Arbeit von PR-Agenturen wesentlich beeinflußt, ja mitinitiiert wurde, wie mittels der Zuordnung von Recht und Unrecht klare Feindbilder geschaffen und widersprechende Fakten unterschlagen wurden. Die Untersuchung ist ein Lehrstück. Sie unterstreicht, wie bedeutend es angesichts immer massiver werdender Instrumentalisierungen ist, daß Medienmacher die Quellen ihrer Informationen hinterfragen. Die Folgen der Entwicklung hin zu mehr PR-Stellen, weg von gesicherten Arbeitsverhältnissen im Journalismus, können für eine Demokratie, die auf öffentliche Meinungsbildungsprozesse angewiesen ist, nicht unterschätzt werden. Es braucht etwa deutlich mehr kritische Aufmerksamkeit für die nicht sonderlich subtilen Sprachregelungen bestimmter Agenturen. Natürlich ist es entscheidend, ob etwas als »Massaker« oder »Verteidigungskampf« bezeichnet wird. So wird ein Empfinden von Legitimität oder Illegitimität erzeugt. Es ist kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis jahrelanger Propaganda, daß »die Serben« in der öffentlichen Wahrnehmung in die Nähe der Nazis rückten. Durch die geschickte Plazierung von Begriffen wie »KZ«, »Völkermord« und »Auschwitz« wurden auch Pazifisten in die Pflicht für den Krieg auf dem Balkan genommen.

Die Vernetzungen gehen weit über das Bekannte hinaus. Die Zusammenarbeit von PR-Akteuren und US-Politikern ist kein Geheimnis. In »Operation Balkan« geht es auch um die Symbiosen zwischen hochangesehenen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Amnesty International oder UNICEF und den Spins – der gelenkten Kommunikation. Auch hier vermitteln nicht nur Agenturen wie die bereits im Irak-Krieg von 1991 berühmt gewordene Hill & Knowlton, sondern auch ethisch angeblich integere wie Ruder Finn und viele mehr. Das Register am Ende des Buches bietet einen Überblick über Verteilung der Aufgaben unter den Organisationen. Neben solchen internen Verflechtungen werden Verflechtungen mit privaten Militärunternehmen aufgeführt. Insgesamt wird eine Tendenz zur Privatisierung von Information, Krieg und schließlich auch von Diplomatie nachgewiesen. Es waren mit der Kriegspropaganda beauftragte Agenturen, die z. B. die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo entwarfen.

Erfolgreich war der antiserbische Spin vor allem, weil die Gegenpositionen zum Teil von denselben Agenturen formuliert wurden. In Serbien gaben widerstreitende Parteien derweil ein uneinheitliches Bild ab, was einer geschlossenen Meinungsbildung nicht dienlich war. Die Autoren veranschaulichen den zirkulären Schluß der PR-Aktivitäten mit einem Schema: Die Argumentationen werden gezielt plaziert, von Intellektuellen aufgenommen und diskutiert, schließlich auch durch das Bildmaterial von NGOs vor Ort verstärkt. Die international so »freien« Medien erscheinen als sich selbst bestätigendes System, das Kohärenz suggeriert. Wieder und wieder wird die Notwendigkeit des »humanitären Eingriffs« herausgestellt. Am Ende kann sich der einzelne Konsument der Kriegsrhetorik kaum noch entziehen. Diese Techniken der Manipulation dürften in naher Zukunft verstärkt zum Einsatz kommen. Darauf läßt auch das Weißbuch der Bundeswehr schließen.

»Operation Balkan« arbeitet die zwiespältige Rolle von Organisationen wie der Schweizer Medienhilfe heraus. Einerseits kann man ihnen Erfolge im Ausbau eines Mediensystems nicht absprechen, andererseits ist dieses Mediensystem eben privaten Interessen unterworfen. Überhaupt wird deutlich, wie gerade NGOs das System der Privatisierung staatlicher Aufgaben stützen, indem sie die Notwendigkeit ihrer Existenz und vor allem das Fundraising nur durch reale und möglichst eskalierende Krisen sichern können.

Für Deutschland werden die Aktivitäten von Moritz Hunzinger exemplarisch erläutert. Da es in Deutschland keine Meldepflicht für PR-Aktivitäten entsprechend dem FARA-Register in den USA gibt, bleiben entsprechende Aktivitäten ausgeblendet, was nicht bedeutet, daß es sie nicht gibt. Hier wäre etwa die intellektuelle Begleitung diverser Regime-Change-Aktivitäten durch die Bertelsmann-Stiftung untersuchenswert. Man kann sich keineswegs mit der Erkenntnis zufrieden geben, daß wir vor allem von US-Seite aus in die Balkan-Kriege der 90er Jahre manipuliert wurden. Auch ist der Mythos des reinen NATO-Interesses so nicht haltbar. Hierzu müßten ergänzend Schriften wie die des ›Internationalen Vorbereitungskomitees für ein europäisches Tribunal über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien‹ herangezogen werden, die von massiven Interessen Deutschlands in Ex-Jugoslawien ausgehen.

Die Aufarbeitung dessen, was auf dem Balkan und darum herum wirklich geschah, ist die Pflicht eines jeden Staatsbürgers, der Demokratie, Menschen- und Völkerrecht etwas abzugewinnen vermag...........

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/reg...ien/medien.html

Was man in den Politiknachrichten nie findet, gibt es durchaus wenn es dabei um Geld geht. Das Groß- und Kleinkapital und die FAZ-Redaktion ist durchaus aufgeklärt:


aus der "Werbe"-AD Hoc Meldung eines österreichischen Pharmaunternehmens, das mit einen US-Unternehmen im Nervengassektor kooperiert:

(4. Absatz unten)

"Auch im Golfkrieg hatte die US-Armee mit der Verwendung chemischer Kampfstoffe durch den Irak gerechnet, und ihre Truppen mit den klassischen Vorbeugungsmitteln behandelt. Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet, jedoch zeigte sich schnell die Problematik der verfügbaren Mittel, die wesentlichen Anteil am 'Gulf War Syndrom' hatten."

www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=57009820

Diese Nervengas-Firma dürfte sich gut auskennen in dem Bereich.


Ist doch interessant wie dies vermutlich richtige verschwiegen und eine sehr sichere Falschmeldung wie "Saddam vergiftete seine eigenen Leute" (die Kurden Stadt Hallabja) heute noch verbreitet wird, obwohl selbst in einigen großen, sog. seriösen Medien (New York Times oder Washington Post) von seriösen, Top-experten die auch noch völlig unverdächtig der Lüge, das überzeugend das Gegenteil darlegten.


Mal wieder ein schönes Beispiel der Arbeit "unserer" Medien-Mafia.
Und wie selten mal was per Zufall an die Oberfläche kommt ... letztlich auch nur wegen Geldgeilheit dieser österreichischen Firma die ihre Aktien puschen will.

In Sachen "guter Nachrichten-Produktion" ist diese Firma schon immer sehr geschickt gewesen. Um niemanden zu verführen hier: Der Aktienkurs dümpelt jedoch immer so vor sich hin und fällt trotz der vielen Erfolgsmeldungen.

Wer meinen Feind befeindet, ist nicht dadurch mein Freund.
Über eine Finte

Wer hiezulande Folter in den USA oder Israel anprangert, kann gefragt werden, warum er sich nicht zur Folter in Nordkorea äußere; er sei einseitig.

Die Frage ist eine Finte. Der deutsche Staat, dem wir Tribut zollen, steht auf seiten der USA und Israels, nicht Nordkoreas. Wenn überhaupt, so haben wir Deutschen Einfluß auf die hiesige Bündnispolitik, nicht die der Bündnisgegner.

Wer Propagandalügen über den iranischen Präsidenten Ahmadi Nedschad entlarvt, sieht sich beschuldigt, dessen Greueltaten zu verschweigen. Auch dieser Vorwurf ist eine Finte. Die Lüge über den Präsidenten wird nicht wahr dadurch, daß der Verleumdete ein Verbrecher ist.

Wer den Kapitalismus verwirft, wie es auch viele Lumpen tun, wird dadurch nicht selber ein Lump.

In keinem der Fälle hilft Distanzierung. Der Angesprochene müßte, noch während er anprangert, entlarvt oder verwirft, sich von Gott und der Welt distanzieren. Er würde seine Aussage verwässern und sein Ziel verfehlen. Das aber ist der Zweck der Finte.

Als in Deutschland der Nationalismus noch ganz unverhohlen blühte, galten Anklage oder Verurteilung des eigenen Staates als Vaterlandsverrat; andere Staaten täten Schlimmeres, das es weit eher anzugreifen gelte. Diese Finte könnte wieder Mode werden; sie ist es längst in den USA und Israel.
T:I:S, 1. August 2007


Un djetzt verstärken die Deutschen und die Bundeswehr hatl wieder mal ihre Medien Beeinflussung.


Auslandsaufklärung

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer forderte Anfang Oktober in einer Konferenz über "Public Diplomacy in Nato-led Operations" eine Beseitigung der Hürden zur Beeinflussung der Bevölkerung in den Nato-Mitgliedsstaten

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26575/1.html

Vernetzter Medienkrieg

Steven Hutchings 12.11.2007
Die Medienarbeit und die Operativen Information (OpInfo) der Bundeswehr in Deutschland und Afghanistan
Einer Randnotiz der Süddeutschen Zeitung vom 27./ 28. Oktober zufolge verstärkt die Bundeswehr ihre "Aufklärungsarbeit" gegenüber der eigenen Bevölkerung. Offenbar unter Bezugnahme auf eine [extern] Pressemitteilung des Bundesministeriums der Verteidigung heißt es, dieses wolle "mit einer neuen Form der Öffentlichkeitsarbeit um mehr Verständnis für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan werben". Seit dem 25.Oktober biete das Verteidigungsministerium den Medien honorarfreie Fotos und Artikel über Projekte der zivil-militärischen Zusammenarbeit ([extern] CIMIC) in Afghanistan an, welche von "Soldaten und Presseoffizieren in Afghanistan sowie vom Pressestab des Ministeriums " stammen. Eine Nennung der Quelle sei bei der Veröffentlichung "nicht zwingend" vorgeschrieben.

Die Vernetzungen gehen weit über das Bekannte hinaus. Die Zusammenarbeit von PR-Akteuren und US-Politikern ist kein Geheimnis. In »Operation Balkan« geht es auch um die Symbiosen zwischen hochangesehenen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Amnesty International oder UNICEF und den Spins – der gelenkten Kommunikation. Auch hier vermitteln nicht nur Agenturen wie die bereits im Irak-Krieg von 1991 berühmt gewordene Hill & Knowlton, sondern auch ethisch angeblich integere wie Ruder Finn und viele mehr. Das Register am Ende des Buches bietet einen Überblick über Verteilung der Aufgaben unter den Organisationen. Neben solchen internen Verflechtungen werden Verflechtungen mit privaten Militärunternehmen aufgeführt. Insgesamt wird eine Tendenz zur Privatisierung von Information, Krieg und schließlich auch von Diplomatie nachgewiesen. Es waren mit der Kriegspropaganda beauftragte Agenturen, die z. B. die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo entwarfen.

Erfolgreich war der antiserbische Spin vor allem, weil die Gegenpositionen zum Teil von denselben Agenturen formuliert wurden.
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»Operation Balkan« arbeitet die zwiespältige Rolle von Organisationen wie der Schweizer Medienhilfe heraus. Einerseits kann man ihnen Erfolge im Ausbau eines Mediensystems nicht absprechen, andererseits ist dieses Mediensystem eben privaten Interessen unterworfen. Überhaupt wird deutlich, wie gerade NGOs das System der Privatisierung staatlicher Aufgaben stützen, indem sie die Notwendigkeit ihrer Existenz und vor allem das Fundraising nur durch reale und möglichst eskalierende Krisen sichern können.

Für Deutschland werden die Aktivitäten von Moritz Hunzinger exemplarisch erläutert. Da es in Deutschland keine Meldepflicht für PR-Aktivitäten entsprechend dem FARA-Register in den USA gibt, bleiben entsprechende Aktivitäten ausgeblendet, was nicht bedeutet, daß es sie nicht gibt. Hier wäre etwa die intellektuelle Begleitung diverser Regime-Change-Aktivitäten durch die Bertelsmann-Stiftung untersuchenswert. Man kann sich keineswegs mit der Erkenntnis zufrieden geben, daß wir vor allem von US-Seite aus in die Balkan-Kriege der 90er Jahre manipuliert wurden. Auch ist der Mythos des reinen NATO-Interesses so nicht haltbar. Hierzu müßten ergänzend Schriften wie die des ›Internationalen Vorbereitungskomitees für ein europäisches Tribunal über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien‹ herangezogen werden, die von massiven Interessen Deutschlands in Ex-Jugoslawien ausgehen.

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/reg...ien/medien.html

Kriegspropaganda mit irreführenden Worten

Nehmen wir den breiten Widerstand der europäischen Bevölkerung gegen den Kosovo-Krieg, den Irak-Krieg, den Afghanistan-Krieg. Deshalb ändert man, um die Bevölkerung für den Krieg zu gewinnen, die Begriffe: Statt von «Krieg» sprach man von «friedenserzwingenden» oder von «humanitären» Einsätzen. Statt von unschuldigen Opfern von «Kollateralschäden» usw. Im zweiten Irak-Krieg sprach man von «chirurgischen» Schlägen, als ob hier jemand Krankes durch eine Operation wieder gesund gemacht werden sollte. In Wahrheit handelte es sich hierbei um völkerrechtswidrige Bombardements mit Uranwaffen, die die Zivilbevölkerung töteten und eine jahrtausendealte Kultur zerstörten.

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2008/...-von-anfang-an/

Studenten ziehen in den Wirtschaftskrieg
Die Kunst der gezielten Fehlinformation oder das gekonnte Streuen von Kampagnen wird an der Pariser Schule für Wirtschaftskrieg gelehrt
Paris/London/Wien – Die Militärschule von Paris, die Napoleon zu ihren berühmtesten Schülern zählt, ist nicht nur geografisch ihr Nachbar: In der „Schule für Wirtschaftskrieg“ (EGE) werden Studenten mit dem Rüstzeug der militärischen Elite auf die Herausforderung der Globalisierung vorbereitet: den Informationskrieg
............
Was in anderen Ländern Europas privaten PR-Beratern oder Spin-Doktoren überlassen wird, wird an der EGE mittels der „Verschmelzung militärischer und wirtschaftlicher Methoden“ gelehrt. Das Konzept der „intélligence économique“ ist auf Englisch in etwa unter dem Begriff der „Business intelligence“ zu fassen. Dabei geht es darum, strategisch Informationen zu beschaffen, geheimzuhalten, zu analysieren und sie zum Einfluss am Markt gezielt zu nützen.

Der Unterschied zur Wirtschaftsspionage besteht darin, dass keine illegalen Wege beschritten werden, um an die Informationen zu kommen, die dem Konkurrenten schaden könnten. Es gelten ethische Kriterien, vor allem gegenüber staatlichen Autoritäten oder dem privaten Auftraggeber.

Der Vorstand der Schule, Christian Harbulot, Führungskraft bei der Beratungskanzlei und Lobbygruppe Spin Partners, wird nicht müde in Interviews zu betonen, dass der globale Wettbewerb ein solches staatlich anerkanntes Institut zur Verteidigung der nationalen Wirtschaftsinteressen benötigt.

Hinter den Meldungen zum rapiden Anstieg der Lebensmittelpreise müsse man die „Konfrontationen“ von Mächten hinsichtlich von Erdöl, Wasser und anderen Ressourcen sehen, meint er. Denn als wichtigste Kriegsinstrumente gelten heutzutage nicht mehr Waffen oder Schutzzölle, sondern gezielte (Fehl-)Informationen.

http://derstandard.at/?url=/?id=3329229
von karl kreibich veröffentlicht in: Politik
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