Was sind das fuer Glauben - wo es kein verzeihen gibt - gerade den Juedischen Glauben habe ich immer fuer Gescheitter gehalten als den Katolischen-doch dieser Glaube ist ja wie eine Diktatur-Schade!

Veröffentlicht auf von karl kreibich

Bonn/Rom (ddp). Im katholisch-jüdischen Streit um die Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners und Traditionalistenbischofs Richard Williamson in die Kirche zeichnet sich keine Entspannung ab. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, legte am Freitag nach und warf Papst Benedikt XVI. mangelnde Sensibilität vor. Dagegen kritisierte der Generalsekretär des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Stefan Vesper, Knoblochs Aufkündigung des Dialogs mit der Kirche als «nicht angemessen». Der Vatikan distanzierte sich unterdessen erneut von der Leugnung des Holocaust.

Vesper sagte der Nachrichtenagentur ddp, als katholischer Christ und als Deutscher sei er «bestürzt und beschämt» gewesen über die Holocaust-Leugnung durch Williamson. Die Kirche in Deutschland sei aber «nicht sprachlos» gewesen. Sowohl die Bischofskonferenz als auch das ZdK hätten sich sofort davon distanziert. Deswegen gebe es keinen Anlass, den Dialog abzubrechen. Diesem Gespräch, das sich bewährt habe und «für uns alle in Deutschland wichtig ist», solle sich niemand entziehen, mahnte der ZdK-Generalsekretär.

Knobloch verlangte dagegen erneut ein «klares Signal» aus dem Vatikan. Gerade von einem deutschen Papst habe sie sich «mehr Sensibilität im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten» erhofft. Sie begrüßte allerdings die Solidarität der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit der jüdischen Gemeinschaft. Die Kritik des DBK-Vorsitzenden, Erzbischof Robert Zollitsch, am Vorgehen des Vatikans habe sie wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Papst Benedikt XVI. steht in der Kritik, weil er die Exkommunikation von vier Bischöfen der traditionalistischen Piusbruderschaft aufgehoben hatte. Unter ihnen ist auch Williamson, gegen den die Regensburger Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Brite hatte in einem im Landkreis Regensburg aufgezeichneten Interview behauptet, die historische Evidenz spreche gegen die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit. Auch seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200 000 bis 300 000 Juden von den Nazis ermordet worden.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi betonte am Freitag, wer die Shoah leugne, wisse weder etwas über das Geheimnis Gottes noch über das Kreuz Christi. Umso schlimmer sei daher, wenn diese Leugnung aus dem Mund eines Priesters oder eines Bischofs komme - egal ob er der katholischen Kirche angehöre oder nicht.

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke bezeichnete die Aufhebung der Exkommunikation als «Lapsus» und «Betriebsunfall». Benedikt XVI. müsse wahrscheinlich den Kopf für etwas hinhalten, was er gar nicht gewusst habe. Auch der Papst sei «nicht der liebe Gott, und nicht jede Torheit, die ein schismatischer Bischof äußert, wird auch in Rom registriert».

Dagegen warf der kirchenkritische Theologe Hans Küng dem Papst vor, immer mehr auf einen reaktionären Kurs einzuschwenken. Benedikt XVI. sei «in großer Gefahr, als Papst der Brüskierung in die Geschichte einzugehen». «Für die deutsche Kirche ist es außerordentlich peinlich, dass sich ausgerechnet ein deutscher Papst derartig gegenüber den Juden vergreift», sagte Küng.

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Bischof Friedrich Weber, nannte die Papst-Entscheidung eine Belastung für Ökumene und «Anfechtung für den jüdisch-christlichen Dialog». Er könne sich kaum vorstellen, dass der Vatikan von Williamsons Ansichten nichts gewusst habe.

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Veröffentlicht in Politik

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